Vitamin D - neues Wundermittel? in Berlin Reinickendorf in Tegel Borsigwalde

Vitamin D - neues Wundermittel?

Vitamin D  -  neues Wundermittel?

Liebe Patienten,

in den vergangenen Jahren gab es schon eine ganze Reihe von Vermutungen und Versprechungen bezüglich gut verträglicher, natürlicher? Mittel gegen Herzinfarkt, Aderverkalkungen, Infektionskrankheiten, Demenz, Krebs, ja gegen alle Arten von Abnutzungs- und Alteserscheinungen überhaupt.

Beispielsweise Vitamin A, Vitamin C und Vitamin E sollten als sogenannte "Radikalenfänger" wahre Wunderdinge leisten. Es wurden große Untersuchungen durchgeführt - auch mit hohen Dosierungen, die aber allesamt keinen positiven Effekt zeigten, sondern im Gegenteil: Die Personen mit den Nahrunsergänzungsmitteln lebten eher etwas kürzer als die Vergleichsgruppe ohne Vitaminzusatz. -

Auch gewaltige Mengen an Vitamin C helfen nicht bei Entzündungen - weder zur Vorbeugung noch zur Behandlung, sondern können zu Nierensteinen und Aderverkalkung führen.

Ein erhöhter Homocystein-Spiegel, der erwiesenermaßen das Herzinfarktrisiko steigert, kann zwar durch B-Vitamine gesenkt werden, aber in einer Studie mit 5000 Patienten über sieben Jahre zeigte sich keine positive Wirkung durch zusätzliche Zufuhr von B-Vitaminen.

Zuletzt wurde auch gezeigt, dass Fischölkapseln ihre Heilsversprechungen nicht einlösen konnten, aber der Verzehr von fettem Seefisch zweimal wöchentlich durchaus sinnvoll ist.

 

Hier stellt sich das Vitamin D (chemisch: Vitamin D 3 = Colecalciferol) deutlich erfolgversprechender dar: 

Die bekannteste Mangelkrankheit ist Rachitis (Weichheit der Knochen). - Über den Knochenstoffwechsel hinaus sind noch viele andere Wirkungen interessant, nämlich hinsichtlich der Immunabwehr und Verminderung der Häufigkeit von Rheuma, Allergien, Asthma, Diabetes, Bluthochdruck, Herzinfarkt, bösartigen Tumoren, Depressionen, MS, Grippe..... 

Die Vorstufen des Vitamin D werden in der Haut durch UV-Bestrahlung gebildet und in zwei Stufen in der Leber und in den Nieren in die aktive Form umgewandelt. In sehr vielen Zellen wird es an zahlreichen Stellen des Zellkerns gebunden und beeinflusst die Wirkung von über 200 Genen.     

Da wir alle uns nur noch selten ungeschützt der prallen Sonne aussetzen und aus gutem Grund (Schutz vor Hautkrebs) einen Sonnenschutz benutzen, haben rund 90 % der Menschen in Mitteleuropa einen Mangel an Vitamin D - vor allem im Winter. 

Der allgemeine Bedarf an Vitamin D in der Nahrung - bzw. in Form von Nahrungsergänzungsmitteln - zugeführt als 25- Hydroxy-Vitamin D3 (kurz: 25-OH-D3) als Vorstufe des aktiven Vitamin D ist in den amtlichen Listen noch zu niedrig mit täglich mindestens 800 I.E. (internationale Einheiten) (das entspricht 20 Mikrogramm) für Erwachsene angegeben.

Notwendig ist das 2- bis 4- Fache. - Menschen mit nicht ganz heller Haut und Übergewichtige haben einen höheren Bedarf.

Weltweit laufen etwa 3.000 unterschiedlich große Untersuchungen zu Vitamin D - Fragestellungen, und es gibt inzwischen viele positive Hinweise an meist mehreren hundert Personen: Fast alle zeigen die genannten günstigen Ergebnisse, auch wenn die ganz großen Studien als endgültiger Beweis noch ca. fünf bis zehn Jahre laufen müssen.

Erfreulicherweise sind keine Nebenwirkungen aufgetreten - solange nicht deutlich überdosiert wird (über 40.000 Einheiten pro Tag über mehrere Monate) und kein erhöhter Calciumspiegel im Blut oder calciumhaltige Nierensteine vorhanden sind. 

Sinnvollerweise sollte man also vor Therapiebeginn den Vitamin-D - und den Calcium - Spiegel im Blut bestimmen lassen. - Als ausreichende Versorgung werden Blutspiegel über 75 nmol/l (entsprechend 30 ng/ml) 25-OH-Vitamin D3 angesehen.

Eine voll ausreichende Aufnahme mit der Nahrung ist kaum möglich, dann müsste man schon 3x täglich Fisch oder 15 Eier täglich essen.

Die höher dosierten und damit preiswerteren Vitamin D - Medikamente sind leider verschreibungspflichtig, aber das würden wir bei Bedarf natürlich übernehmen - ebenso die vorherige und im weiteren Verlauf ebenfalls sinnvolle Bestimmung von Calcium und Vitamin D im Blut.

Die Tagestherapiekosten belaufen sich auf nur wenige Cent. 

(Übrigens auch wir selbst nehmen täglich Vitamin D zusätzlich.)

 

Also sollen jüngere, gesunde Menschen mit abwechslungsreicher Ernährung keine ungezielten (Multi)-Vitaminpräparate - schon gar nicht in hohen Dosierungen - zuführen! Man erreicht eher das Gegenteil der erhofften positiven Wirkungen!  

-Ausnahme Schwangerschaft und Stillzeit:  Hier ist eine zusätzliche Gabe von Eisen, Jod, Kalzium und Folsäure wichtig.  - ACHTUNG, ganz aktuelle Änderung: Hohe Vitamin D - Spiegel in der Schwangerschaft sollen möglicherweise zu häufigeren Allergien bei den Kindern führen. Also bitte in der Schwangerschaft vorsichtshalber keine zusätzliche hohe Gabe von Vitamin D!

-Ausnahme Vegetarier: Eine ausreichende Zufuhr von Vitamin B ist nicht gesichert.

-Ausnahme Ältere Menschen - noch dazu in einem Heim untergebracht: Bei den meisten besteht ein Mangel an Kalzium, Magnesium, Folsäure und den Vitaminen C, -D, -E.

 

 

Selbstverständlich bleiben die allgemeinen Empfehlungen bezüglich eines gesunden Lebensstils die sinnvollsten und wichtigsten Maßnahmen:

Bewegung mehrmals wöchentlich: insgesamt ca. 1,5 bis 3 Stunden pro Woche

ausgewogene Ernährung mit reichlich Gemüse! - auch roh und viel Salat -  und Obst (Achtung: keine Obstsäfte wegen des hohen Fruchtzuckergehalts!), wenig tierischem Fett (Wurst besteht zur Hälfte aus Fett!) - eher Pflanzenfetten und -ölen (Ausnahme: fetter Seefisch ca. zweimal wöchentlich), wenig süßen Zuckerstoffen - insgesamt eher wenig Kohlenhydrate, mäßige Fleischportionen und reichlich fettarme Milchprodukte, auch Nüsse in kleineren Mengen sollen gut sein

Nicht rauchen, nur wenig Alkohol, stärkeres Übergewicht vermeiden

 

Also bleiben Sie gesund! - Wir unterstützen Sie dabei.

Ihr Praxisteam

Adresse
  • Praxis Dr. Lindemann
    Fachärzte für Allgemeinmedizin
  • Räuschstraße 57a
    13509 Berlin Reinickendorf Tegel
  • tel. (030) 435 10 65